Posts Tagged ‘In 80 Tagen um die Welt’

Stress-Pfingstlager

 

Wunderschönen Guten Morgen,

es ist Dienstag der 2.6.09, 12.30Uhr und ich bin gerade voll bekleidet, auf meinem Sofa sitzend aufgewacht. Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage wie komme ich dahin? Aber diese Frage zu beantworten ist nicht besonders schwer, denn am letzten Freitag ging es mit dem ganzen Stamm zum Landespfingstlager nach Hauenstein. Die Fahrt war recht ruhig, auch das Umsteigen hat geklappt.

In Hauenstein angekommen ging es dann vom Bahnhof aus zum Lagerplatz, dem Jugendzeltplatz in Hauenstein, gute 3 km Strecke, was für einige Wölflinge schon das erste Problem darstellte. Dennoch sind alle angekommen und wir konnten recht früh mit dem Aufbau beginnen. Dieser gestaltete sich dann recht langwierig, da wir insgesamt 5 Wölflingszelte, drei Kothen, eine Hochkothe und eine Theaterjurte aufzustellen hatten. Nach dem Aufbau gab es dann noch Abendessen und eine Meutenführerrunde. Die Wölflinge waren allerdings währenddessen außer Rand und Band in ihren Zelten.

Am nächsten Morgen gab es direkt Ärger, einige Wölflinge hatten schon um 5 Uhr die Nacht zum Tag gemacht und waren mehrmals von der Nachtwache ermahnt worden. Dies hatte etwas Ärger bei uns zur Folge da sich die Nachtwache bei uns beschwert hatte. Nach diesem ersten schlechten Start in den Tag ging es dann, nach dem Frühstück direkt los zum Wölflingsprogramm, wo ich einen Posten beim Wolfslauf darstellte. Die Pyramiden, die alle Gruppen bei mir machen mussten, waren wirklich sehenswert, schade das ich meine Kamera vergessen hatte. In der Mittagspause machte ich noch einen kurzen Abstecher nach Hauenstein, in die Schuhstadt, wo ich neue Wanderschuhe bekam. Nachmittags begann der Meutenaustausch der eigentlich ziemlich gut verlief, nur in der Zeitplanung etwas aus dem Rahmen fiel. Das Geländespiel wurde etwas überzogen sodass von dem gemütlichen Jurtenabend nicht mehr so viel übrig blieb, was aber bei der Hitze nicht weiter störte. Abgerundet wurde der Abend mit einem Wölflingsabend in der Landesjurte, wo alle Gruppen etwas zum Besten gaben, um, gemäß dem Lagerthema, die Gentleman im Club bei Laune zu halten. Dies funktionierte recht gut und gegen Abend waren alle Wölflinge recht müde und auch schneller im Bett. Für mich gestaltete sich der weitere Abend nach einer längeren Wache in der Jurte auch recht schön als Singeabend in der Landesjurte. Die Pfadfinderstufe war natürlich auch mit ihrem Stufenprogramm beschäftigt.

Am Sonntagmorgen ging es recht früh los. Das große Lagerspiel war geplant, mit der Reise in 80 Stunden um die Welt. Im Gleisarbeiterkostüm war meine Aufgabe den ankommenden Gruppen zu erklären, das die Bahnbrücke vor ihnen leider defekt sei und damit sie sie reparieren können, müssen sie einige Aufgaben lösen. Dieses Spiel funktionierte erstaunlich gut, und alle Wölflinge und die zwei Pfadfinder hatten großen Spaß bis zum Abend. Da gab es dann noch einen schönen Abschlussabend mit Theater, Spielen, einer Mitmachgeschichte und einigen Liedern. Zum Abschluss wurden einige Hundert Helium Luftballons in die Freiheit entlassen, was ein wunderbares Bild in den Abendhimmel zauberte. Der weitere Abend wurde von mir in unserer Theaterjurte als Stammesabend gestaltet, mit einigen Liedern und einer super Quietschi-Jagd, von der ich selbst überrascht war, das ich die so gut hinbekam. Die Möglichkeit eine Nachtwanderung zu machen wurde von den Wölflingen ausgeschlagen, was aber am Ende in einem Fiasko endete, denn das Alternativprogramm zur Nachtwanderung war ins Bett gehen und schlafen. Nach einigen Tränen wegen der verpassten Nachtwanderung, die aus Gründen der Konsequenz nicht durchgeführt wurde, gingen alle gemeinsam Zähneputzen und danach ins Bett. Den restlichen Abend verbrachte ich leicht kränkelnd in der Jurte und besuchte später noch die Landesjurte, wo Frank und Igor noch Tyi Morjak zum besten gaben. Auf Youtube habe ich das Lied gefunden, irgendjemand hat wohl mit der Kamera dort gesessen und mitgefilmt.

Gegen 2 Uhr verließ ich die Landesjurte und frönte meinem Schlafsack. Nach 10 Minuten im Bett wurde ich allerdings schon wieder von den Gästen auf dem Pfingstlager aus Düsseldorf geweckt, die einen meiner Wölflinge in ernsthaften Schwierigkeiten gefunden hatten. Keuchend stand er mit einem Freund, in einen Pulli gehüllt vor mir und konnte kaum atmen. Der Lagersani wurde gerufen und Notarzt und Krankenwagen wurden alarmiert. Diese kamen dann auch recht flott und während ich mich noch schnell bekleidete und die Versicherungskarte des Wölflings suchte, war dieser schon im Krankenwagen auf dem Lagerplatz untergebracht. Ich kam hinterher und fuhr mit nach Pirmasens in Krankenhaus, wo ich bis morgens zum Eintreffen des Vaters ausharrte. Danach ging es gegen sieben zurück ins Lager, wo schon die ersten Wölflinge wieder voller Tatendrang auf das Frühstück warteten. 

Nach diesem ging es dann zur Morgen- und Abschlussrunde in dem das Lager abgeschlossen wurde und das Programm für den restlichen Tag festgelegt wurde: Abbauen. Dies ging dann mehr oder weniger zügig, ich baute mit den Wölflingen alle Weißzelte ab und verpackte sie ordentlich in die passenden Säcke. Nach dem Mittagessen brachen wir überstürzt zum Bahnhof auf wo wir fristgerecht ankamen und am Ende einer sehr anstrengenden Fahrt diese Aktion in Saarbrücken mit einem Abschlusskreis beendeten. 

Die Arbeit war damit allerdings noch nicht erledigt. Das Material wurde im Anschluss gemeinsam aus den Hängern ausgeladen und weggeräumt und die Anhänger wurden zurück zu ihren Besitzern gebracht. Danach ging es dann auch für mich nach Hause und ich begab mich nach einem kurzen Mahl in die Position auf meiner Couch die ich am Anfang des Berichtes beschrieben habe , es war 18.30 Uhr. Nun kann sich jeder mal ausrechnen wie lange ich dann hier geschlafen habe und wie ich mich jetzt fühle, denn es wartet jetzt noch einiges an Arbeit auf mich. Zum Beispiel muss noch das gesamte Küchenmaterial gespült werden und die Rucksäcke ausgepackt und vor allem dieser Bericht geschrieben werden…….

Advertisements